Qualifizierung von Sprachförderkräften in Rheinland-Pfalz
Logo Zukunftschance Kinder



Binderbuchverfilmung

Sie möchten das Lieblingsbuch Ihrer Kita-Gruppe medial verarbeiten?
Dann verfilmen Sie es doch einfach.

Und so geht es...

Die Buchauswahl:
Wählen Sie mit den Kindern gemeinsam aus.

Verinnerlichung der Handlung:
Die Auseinandersetzung mit der Bilderbuch-Handlung ist Voraussetzung für die Verfilmung. Nur so können die Kinder später das Projekt ohne weitere Textvorgaben umsetzen. Gleichzeitig fördern Sie das freie Sprechen.
Methoden: Handlung nacherzählen und nachspielen (freies Theaterspiel oder Puppenspiel, evt. mit den Hauptfiguren).

Kennen lernen der digitalen Technik:
Testen Sie vor Projektbeginn selbst die Technik. Als nächstes stellen Sie die Geräte mit den entsprechenden Bezeichnungen den Kindern vor. Auch die Kinder müssen sich vertraut machen; sie reagieren überwiegend neugierig und offen auf Medien.

Wir filmen:
Auf dem Notenständer positionieren Sie das aufgeschlagene Bilderbuch (ersatzweise auf einen Tisch an die Wand stellen). Nun bauen Sie die restliche Technik auf. Um die Aufgabenverteilung spannend zu gestalten, werden in der Kreismitte verteilt: Musikinstrumente für die Tonassistenten, mit Kamerasymbolen versehene Blätter für Kamerafrauen bzw. -männer, Figuren des Bilderbuches für die Darsteller, ein entsprechendes Symbol für die Rolle des Kommentators. Stellen Sie den Kindern die verschiedenen Rollen vor. Die Kinder legen nun ihre vorbereiteten Namenskärtchen an die Gegenstände der Aufgabe, die sie gerne erfüllen würden. Besprechen Sie mit Ihrem Team die Szenen. Orientierung bieten die Bilderbuchseiten. Entwickeln Sie gemeinsam das „Storyboard“, eine Skizze, die die Handlung in der Reihenfolge der Bilder darstellt. Vereinbaren Sie mit den Kindern klare Zeichen für ihren Einsatz in ihrer neuen Rolle. Mit dem Kamerakind legen Sie den jeweiligen Bilderbuchausschnitt fest und richten die Kamera dementsprechend aus. Zwischen den Szenen sollten Sie immer eine „Schwarzblende“ wählen. Halten Sie einfach ein schwarzes Blatt vor die Kameralinse – das vereinfacht später den Schnitt und Fehlerkorrekturen.

Analyse und Nachbearbeitung:
Entscheiden Sie gemeinsam, welche Szenen benötigt werden. Für den Schnitt des Materials stehen im Fachhandel mehrere Schnittprogramme zur Verfügung. Steht Ihrer Einrichtung kein Computer mit Schnittprogramm zur Verfügung, wenden Sie sich an die kommunalen Medienzentren (Stadt- und Kreisbildstellen) und Offenen Kanäle oder Sie binden die Elternschaft aktiv ein. Es gibt immer mal wieder Computerversierte und Filminteressierte, die gerne bereit sind mitzumachen.

nach oben

horizontale Linie

Zielgruppe

Schon kleine Kinder erleben auf diesem Weg handlungsorientiert viel Spaß an einem selbstbestimmten, kritischen und kreativen Umgang mit Medien. Die Gruppengröße ist variabel.

Der pädagogische Anspruch

Mit der Verfilmung selbst hergestellter oder gekaufter Bilderbücher können eine Reihe von Bildungs- und Erziehungsziele erreicht werden. Das gemeinsame „Lesen“, Dichten, Reimen und Nacherzählen von Bilderbuch-Geschichten stärkt sprachliche Kompetenzen. Nach der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte (Textverständnis) kann durch den Einsatz digitaler Medien dieser Prozess zusätzlich unterstützt werden. Führen Sie auf einfache Weise in die Videoarbeit ein und regen die Kinder an, mit einer weiteren Sprache, der Filmsprache, zu arbeiten. Wenn Sie ein den Kindern bekanntes Bilderbuch für Ihr Filmprojekt nutzen, liegen Handlung und Spannungsbogen sowie die Reihenfolge der Bilder schon fest. Damit ist Ihre Projektdurchführung gut strukturiert. Sie können Ihr Augenmerk auf die kreative Gestaltung des Films legen: Bildausschnitte, Perspektiven, etc. So fördern Sie intensiv die konzentrierte Wahrnehmung und die kritische Auseinandersetzung mit den im Buch vorproduzierten Bildern. Ihr Vertrauen auf die eigene Urteilskraft wird gestärkt. Der kommunikative Austausch im Team fördert die Wortschatzerweiterung. Die Kinder lernen den technischen Umgang mit Videokamera und Mikrofon und schlüpfen in die Rollen des Regisseurs bzw. der Regisseurin, der Kamerafrau bzw. des Kameramanns, der Erzählerin bzw. des Erzählers oder der Geräuschemacherin bzw. des Geräuschemachers. Erforderliche Absprachen in der Gruppe stärken die Sozialkompetenz.

nach oben

horizontale Linie

Beispiel

Der Kleine FroschDie Bilderbuchverfilmung (*.flv 19.78 MB) entstand im Rahmen des Medienprojekts des Kindergartens Schloss Ardeck. Durchgeführt wurde das Projekt von Anke Rittereiser, Referentin für praktische Medienarbeit in Kindertagesstätten.

Die Verfilmung basiert auf dem Bilderbuch „Der kleine Frosch und der böse Zauberer“ von Nele Moost und Michael Schober.

Die Kinder erzählen die Geschichte vom kleinen Frosch, der den bösen Zauberer ärgert. Als Strafe für seine Hänseleien wird der Frosch zunächst in ein Dreckschwein und anschließend in einen Schreihals verwandelt. Weil er als Dreckschwein zu sehr stinkt und als Schreihals die Freunde beim Gesang stört, wird er von seinen Kameraden weggeschickt. Einzig die Unke kann mit Hilfe ihrer Tiefseebrille in sein Herz sehen und erkennen, dass er immer noch der kleine Frosch ist.

Denn wen man lieb hat, den erkennt man immer, egal in welcher Haut er steckt.

nach oben

 

 

Ein Projekt von FIF im Auftrag des MBWJK Rheinland-Pfalz

Buchstaben